Umbau einer Polizeiinspektion aus den 1960er Jahren.
Das Bestandsgebäude mit seiner ursprünglicher Waschbeton-Fertigteilfassade wurde bei laufendem Polizeibetrieb umfassend modernisiert und funktional wie technisch an heutige Anforderungen angepasst. Die Sanierung stellt den ersten Einsatz von Holzbauweise bei einem Polizeigebäude in Rheinland-Pfalz dar.
Grundlage des Konzepts war die Entwicklung einer hoch vorgefertigten Gebäudehülle aus Holzelementen anstelle einer konventionellen örtlichen Montage. Aufgrund der gerasterten Bestandsstruktur konnten gebäudehohe Fassadenelemente mit Abmessungen von etwa 2,0 x 6,5 m eingesetzt werden. Die vorgefertigten Fassadenelemente sind vergleichbar mit Holzrahmenelementen im Neubaubereich und werden punktuell vor der bestehenden Aussenwand befestigt. Ergänzend kamen nach Montage der Elemente auf der Innenseite vorproduzierte Laibungsverkleidungen aus Holz zum Einsatz, um auch hier den Aufwand des Anarbeitens an die neuen Fenster zu reduzieren.
Nach digitalem Aufmaß können die Elemente werksseitig inklusive Fenster, Sonnenschutz, Fassadenbekleidung und weiterer Einbauteile gefertigt und direkt am Rohbau montiert werden. Die Fassadengestaltung aus einer differenzierten vorvergrauten Lärchenholzlattung wird durch vertikale Lisenen gegliedert.
Im Zuge der Maßnahme wurde das bestehende Flachdach durch ein Satteldach mit einer Stehfalzdeckung und PV-Anlage ersetzt. Der entstandene Dachraum nimmt gleichzeitig die technische Gebäudeausrüstung auf, so dass die maximale Dachfläche für erneuerbare Energien verwendet werden konnte. In die Fassade wurden zentral gesteuerte Wandlüfter integriert, die insbesondere zur Nachtauskühlung verwendet werden.
Parallel dazu erfolgte die Modernisierung der Innenräume. Neben funktionalen Anpassungen erhielt die Polizeiinspektion eine erneuerte technische Infrastruktur sowie modernste Polizeitechnik.
Die Vorfertigung ermöglichte eine hohe Qualität, Präzision im Detail, reduzierte Schnittstellen und verkürzte die Bauzeit erheblich, so dass die Beeinträchtigungen vor Ort auf ein Minimum beschränkt wurden.
Das Projekt zeigt, wie digitale Bestandserfassung, serielle Vorfertigung und nachhaltige Holzbauweisen eine wirtschaftliche und zukunftsfähige Transformation des Gebäudebestandes ermöglichen.












